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Köln Bundesweites Stadioverbot nach Fan-Krawallen

Nach den gewalttätigen Auseinandersetzungen nach dem Heimspiel des 1.FC Köln gegen Union Berlin hat der Verein jetzt ein bundesweit gültiges Stadionverbot gegen alle bisher identifizierten Hooligans ausgesprochen. Das Verbot gilt ab sofort, teilte der FC mit.


Bislang habe die Polizei 28 Personen ausfindig gemacht, die das Verbot trifft. Sie können innerhalb von 14 Tagen bei der Stadion-Verbotskommission des Vereins vorsprechen.

 

Ein 24-jähriger Kölner sitzt nach Angaben der Polizei mittlerweile in Untersuchungshaft. Der Mann soll im Laufe der Auseinandersetzungen mit einem Wagen ohne Beleuchtung auf Polizeibeamte zugerast sein und diese fast überfahren haben. Ihm wird jetzt unter anderem tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr vorgeworfen.

 

Die übrigen 27-Personen, die festgenommen wurden, sind mittlerweile wieder auf freiem Fuß. Bei Vernehmungen hatte sich keiner der Festgenommenen zu den Vorwürfen geäußert. Aktuell werden die sichergestellten Handys ausgewertet. So soll geprüft werden, ob sich Kölner und Berliner Fans zur Gewalt verabredet haben, sagt die Staatsanwaltschaft.

 

Der 1. FC Köln hat sich von den Ausschreitungen nach dem Heimspiel gegen Union Berlin klar distanziert. In einer Stellungnahme des Vereins heißt es, dass man Gewalt ohne Wenn und Aber verurteile. Etwa 100 zum Teil bekannte Gewalttäter hatten in der Nacht zu Dienstag einen Berliner Fanbus angegriffen.

 

Die Polizei konnte durch ihr schnelles Einschreiten zwar Schlimmeres verhindern. Wurde dabei aber selbst durch rücksichtslos weg rasende Autos der Täter gefährdet. Der FC will jetzt bei der Aufklärung eng mit der Polizei zusammenarbeiten. Außerdem werde er alles tun, was in seiner Macht stehe, um solche Gewalttäter von Verein und Stadion fern zu halten, heißt es in der Stellungnahme. Da viele der Täter schon ein Stadionverbot hätten, sei man aber auf die Hilfe von Polizei und Justiz angewiesen.

Die Gewaltbereitschaft unter sogenannten Fußballfans hat in Köln in der Nacht auf Dienstag ein neues Level erreicht. Nach dem Zweitligaheimspiel des 1. FC Köln gegen Union Berlin kam es beinahe zu einer Massenschlägerei zwischen Anhängern beider Vereine. Rund 100 Vermummte hatten sich laut Polizei nahe der Autobahnauffahrt zur A1 auf die Lauer gelegt, um einen Berliner Fanbus zu attackieren. Der Kölner Polizeipräsident Uwe Jacob äußerte sich am Dienstag entsetzt über die neue Gewalt im Fußball.

 

Die Fußballfans hätten sich organisiert verabredet und vermummt und die Busse der Gastmannschaft gestoppt um sie zu stürmen, so Jacob. Nur durch den engagierten und mutigen Einsatz der Beamten sei Schlimmers verhindert worden.

 

Noch in der Nacht hatte die Kölner Polizei 28 Angreifer festgenommen und zahlreiche Beweismittel wie Schlagstöcke, Sturmhauben und Pyrotechnik sichergestellt. Dass niemand verletzt wurde, lag daran, dass die Polizei den Berliner Fanbus eskortiert hatte. (17.08.2018)


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