Team

Sebastian Poullie

Sebastian Poullie ist neu im Team und Sie hören ihn als Sidekick und als Moderator unserer Frühsendung. Hier werden Sie von ihm regelmäßig ab 6 Uhr über die wichtigen Dinge im Bergischen informiert.


http://www.radioberg.de/berg/rb/1448428/programm/team

Was mache ich im Sender? Moderieren, Lieder umtexten, Fliegen verscheuchen, vom Senderbalkon aus romantisch ins Bergische schauen.

Mein erster Berufswunsch: Je nach Tagesform Schriftsteller, Motorradpolizist oder Erschrecker in der Geisterbahn.

Das erste, woran ich mich im Leben erinnern kann: Erinnerungsfetzen an einen Tag im Kindergarten: Mein größter Feind zieht mir plötzlich einen hässlichen grünen Filzstift-Strich quer über mein frisch und mühevoll ausgemaltes Bild mit Wüstentieren drauf. Dabei waren sie so gut gelungen. Ich hasse Dich noch heute aus tiefstem Herzen, Marcel.

Wen würde ich gerne mal interviewen? Louis C.K., einen fantastischen Stand-Up-Comedian, den ich unfassbar schätze.

Meine größte Radiopanne? Nicht die größte, aber die regelmäßigste: Ich spiele bevorzugt im Hochsommer versehentlich Musiktitel ab, die mit den Worten "Wir sind Weihnachten" starten. Ich schreie dann im Studio kurz laut auf vor Schreck. Danach tue ich immer so, als wäre es Absicht gewesen.

Mein schönster Radiomoment?! Dass ich im Radio schon selbstgeschriebene Songs präsentieren durfte! Ich! Im Radio! Mit selbstgeschriebenen Songs! Ich kann jetzt auf Partys sagen, "Meine Songs sind auch schon im Radio gelaufen."

Wie oft lasse ich das Telefon klingeln, bis ich ran gehe? Zweimal, wenn es Fremde sind. Ich brauche so lange, um meine professionelle Stimme aufzusetzen. (*tief und unnatürlich seriös*: "Poullie, schönen guten Tag?")

Was habe ich immer im Kühlschrank? Abgelaufene Biere. (Was zur Hölle stimmt mit mir nicht?)

Wie ich meistens grüße: Mit einem leicht verschämten "Hellouh!"

Der Sinn des Universums, des Lebens und des ganzen Rests? Hab Spaß und tu keinem weh, der es nicht ausdrücklich gefordert hat.

Wenn der Aufzug stecken bleibt: ...hasse ich mich dafür, so viele Filme mit abstürzenden Aufzügen gesehen zu haben.

Wie lange dauert es, meine Wohnung aufzuräumen? Nicht lange. Ich bin Einrichtungsminimalist. Ich glaube nicht an Bilder, Pflanzen und Deko-Kissen. Die wesentlichen Elemente meiner Wohnung: Bett, Couch, Gitarren, Fernseher, Playstation, Musikanlage. Feddich.

Was ist mir lieber: Einfach oder kompliziert? Ich mach's meistens kompliziert und verschweige dann selbstbewusst, dass ich es lieber einfach gehabt hätte.

Das Hintergrundbild auf meinem Computer: Gerade das Cover des Smashing-Pumpkins-Albums "Mellon Collie and the Infinite Sadness". Hab's gerade wieder rauf- und runterlaufen. Mein absolutes Nummer-Eins-Pubertäts-Album. Gibt es noch irgendwen da draußen, der es so liebt wie ich?

Was tue ich, wenn ich diesen Fragebögen zuende ausgefüllt habe? Rücken-Übungen machen. Die unerotische Variante von Bodybuilding.


Sebastian Poullie beschreibt das Freitagsphänomen bei Radio Berg

Sebastian Poullie ist neu im Team und Sie hören ihn als Sidekick und als Moderator unserer Frühsendung. Hier werden Sie von ihm regelmäßig ab 6 Uhr über die wichtigen Dinge im Bergischen informiert.


Wöchentlich schreiben Radio Berg-Mitarbeiter über ihre persönlichen Erlebnisse in der Rubrik Team Intim im Bergischen Handelsblatt, dem Anzeigenecho und dem Lokalanzeiger Waldbröl. Die jeweils aktuellen Texte finden Sie hier. Sebastian schreibt heute über Frösche und Fliegen:

Falls Sie sich manchmal fragen, ob die bei Radio Berg was genommen haben - nein, keine Sorge, dann ist vermutlich nur Freitag. - Einmal in der Woche packt uns das verrückte Freitags-Phänomen und die halbe Redaktion dreht völlig durch. Frühschichtgeschädigte Moderatorinnen tanzen durch's Studio wie betrunkene Ballerinas, Arbeitsanweisungen werden nicht mehr ausgesprochen, sondern gesungen ("Musical-Freitag" sagen wir dazu), Moderatorin Michi Arlt brüllt mit ihrer lustigen Froschstimme immer wieder reflexhaft "ES IST FREITAG!", und überhaupt sind wir plötzlich alle wieder sechs Jahre alt.
Der fröhliche Strudel des Irrsinns entsteht durch zwei Faktoren: Zum einen durch überbordende Freude, weil wir am nächsten Tag endlich ausschlafen dürfen, zum anderen durch enorme Erschöpfung. Ähnlich einem Menschen, der in der Wüste kurz vor dem Exitus eine göttliche Vision hat, erreichen wir durch das frühe Aufstehen und die gefühlte Überarbeitung einen anderen Geisteszustand. Leider ist die Freitagsfreude deswegen sehr instabil. Eine Moderatorin, die im einen Moment noch einen Lachkrampf hat, weil sie in einem Kaffeefleck das Gesicht einer Katze erkannt hat, kann schon wenige Sekunden später bitterlich schluchzend in der Studioecke sitzen, weil die Stubenfliege "Fliegolin", die zwei Wochen lang im Studio unterwegs war, ihr Leben gelassen hat. "Und wer informiert nun ihre Familie?", fragt die Moderatorin weinend. Wegen meines ebenfalls sehr zerbrechlichen Freitagszustands sitze ich zwei Minuten später selbst heulend neben ihr und wünsche mir laut Kuchen. Und während wir überlegen, ob im Bergischen jemand Fliegenbestattungen anbietet, hören wir in der Ferne einen Frosch quaken. "ES IST FREITAG!", ruft er.


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